Unsere Schule im Lauf der Zeit
Auszüge aus der Festschrift zur offiziellen Übergabe und Segnung der zwei Neubauten der Staatlichen Berufsschule Ostallgäu am 13. Januar 1984


Außenstelle Füssen nach ihrer Fertigstellung

Stammschule Marktoberdorf nach ihrer Fertigstellung
Mit der Einweihung des neuen Schulgebäudes für die Staatliche Berufsschule mit Berufsaufbauschule Ostallgäu und die Staatliche Berufsfachschule für Hauswirtschaft Ostallgäu in Marktoberdorf mit Außenstelle in Füssen sind die räumlichen Voraussetzungen für die Neuorganisation des Berufsschulwesens im Landkreis Ostallgäu geschaffen. Damit endet die provisorische Unterbringung in verschiedenen verstreut liegenden Gebäuden. Die gut ausgestatteten Fachräume und Klassenzimmer ermöglichen die Verknüpfung von theoretischer und praktischer Ausbildung, fördern die Lernfreude und die Leistung der Schüler und unterstützen die erzieherische Arbeit der Lehrer.
Das neu geschaffene Bauwerk führt die große Bedeutung der beruflichen Bildung deutlich vor Augen. Gerade in einer Zeit des raschen technischen Fortschritts, des Mangels an Facharbeitern bei hoher allgemeiner Arbeitslosigkeit und der angespannten Finanzlage der öffentlichen Haushalte sind Investitionen in den beruflichen Schulen ein gut angelegtes Kapital. Ein Ausbau des beruflichen Schulwesens trägt nicht nur dazu bei, das Auseinanderklaffen zwischen Bildungssystem und Beschäftigungssystem zu verringern, sondern auch die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern. Eine solide Berufsausbildung bildet aber auch für einen Großteil der jungen Menschen einen angemessenen Bildungsweg und die Voraussetzung für die persönliche Entfaltung.
Dem Schulaufwandsträger, insbesondere dem Kreistag Ostallgäu und dem Landrat, dem Leiter und den Lehrern der Schule, sowie allen am Bau Beteiligten danke ich für die getane Arbeit. Damit verbinde ich auch die Glückwünsche für das neue Haus. Möge in diesem neuen Schulgebäude erfolgreiche Unterrichts- und Erziehungsarbeit zum Wohle unserer berufstätigen Jugend geleistet werden.
Prof. Dr. Hans Maier
Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus

Prof. Dr. Hans Maier,
Bayerischer Staatsminister für
Unterricht und Kultus
Der Neubau der Staatlichen Berufsschule mit Berufsaufbauschule Ostallgäu und der Staatlichen Berufsfachschule für Hauswirtschaft Ostallgäu in Marktoberdorf einschließlich der in Füssen errichteten Außenstelle dieser Schulen konnte mit Beginn des Schuljahres 1983/84 seiner Bestimmung übergeben werden. Der Landkreis Ostallgäu als Kostenträger der Berufsschule und Berufsfachschule wollte mit diesen Baumaßnahmen nicht nur seiner Verpflichtung aus dem Schulfinanzierungsgesetz gerecht werden, der Kreistag Ostallgäu hatte vielmehr ein besonderes Interesse daran, dass diese berufsbildenden Schulen in möglichst kurzer Entfernung zum Wohnort oder zur Ausbildungsstätte der Schüler liegen. Der Besuch der Schulen darf keine Belastung der Ausbildung sein. Dies war wiederum auch der Grund für Kreistag und Verwaltung, den Schulort Füssen durch die Errichtung einer Außenstelle beizubehalten und für die bisher in Pfronten unterrichteten Schüler der Fachrichtung Metall eine Beschulung dort weiterhin zu ermöglichen.
Der Kreistag Ostallgäu ist sich bewußt, daß gerade in der heutigen leistungsorientierten Zeit als Fundament eines zufriedenstellenden Berufslebens eine gute Ausbildung erste Priorität hat. Diese Überlegung war auch richtungsweisend für die Übernahme der Realschulen in Buchloe, Füssen, Marktoberdorf und Obergünzburg in die Kostenträgerschaft des Landkreises Ostallgäu. Weiterhin hat der Landkreis neben dem Bau der Berufsschule und Berufsfachschule Marktoberdorf mit Außenstelle Füssen auf dem Schulareal in Füssen ein Gymnasium errichtet. Mit all diesen finanzträchtigen Einrichtungen wird der Landkreis Ostallgäu den an ihn gestellten Anforderungen im Bildungsbereich voll gerecht.
Zu hoffen bleibt, daß die Schüler der Staatlichen Berufsschule mit Berufsaufbauschule Ostallgäu und der Staatlichen Berufsfachschule für Hauswirtschaft Ostallgäu mit Außenstelle Füssen die ihnen gebotene Bildungsmöglichkeit voll nutzen, so daß auch in Zeiten einer Rezession, einer partiellen Arbeitslosigkeit der Einstieg in das Berufsleben doch weitgehend erleichtert oder gar gesichert wird.
A. Müller
Landrat des Kreises Ostallgäu

Adolf Müller,
Landrat des Kreises Ostallgäu
Die Anstrengungen zur Aufwertung und Verbesserung der beruflichen Bildung haben im Landkreis Ostallgäu durch den Bau zweier neuer Schulanlagen, der Staatlichen Berufsschule mit Berufsaufbauschule Ostallgäu und Staatlichen Berufsschule für Hauswirtschaft Ostallgäu in Marktoberdorf und der Außenstelle dieser Schulen in Füssen, ihren sichtbaren Niederschlag gefunden. Von den Verantwortlichen des Landkreises wurde richtig erkannt, dass Berufsbildung nicht nur der Berufsertüchtigung dient, sondern echte Menschenbildung ist und deshalb besonders unterstützt und gefördert werden muss. In anerkennenswerter und vorbildlicher Weise hat hier der Landkreis Ostallgäu zwei Bildungsstätten geschaffen, die ihresgleichen suchen. Mit dem Bau dieser modernen und eindrucksvollen Schulanlagen kommt zum Ausdruck, welch hohen Rang das berufliche Schulwesen und damit die berufliche Bildung insgesamt im Landkreis Ostallgäu einnimmt.
Am heutigen Tage der Einweihung wollen wir in Dankbarkeit anerkennen, was der Landkreis Ostallgäu in der kurzen Zeit des Aufbaues für unsere beruflichen Schulen getan und geleistet hat. Bei der Errichtung hatte die Schule noch kein Zuhause, keine eigene Schulheimat. Zeitweise war sie an insgesamt fünf verschiedenen Orten in fremden Schulgebäuden und Behelfsräumen untergebracht. Schulleitung und Lehrerkollegium sind deshalb dem Landkreis zu besonderem Dank verpflichtet, dass er sofort nach Errichtung der Schule die notwendigen Schritte eingeleitet hat, um die Raumprobleme zu lösen. Der Landkreis kann mit Recht stolz darauf sein, in kürzester Zeit eine Bildungseinrichtung geschaffen zu haben, in der junge Menschen hervorragende Bedingungen für ihre Berufs- und Allgemeinbildung vorfinden. Die Voraussetzungen zur Errichtung dieser neuen Schulanlagen waren das Verständnis des Kreistages Ostallgäu für schulische Belange, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit aller beteiligten Gremien und der feste Wille, beide Projekte in möglichst kurzer Zeit zu verwirklichen. Deshalb sei allen herzlich gedankt, die sich mit ganzer Kraft dafür eingesetzt haben: Herrn Landrat Müller, den Vertretern des Kreistages mit den Abgeordneten Wengenmeier und Seitz und dem Kreiskämmerer für die organisatorischen, planerischen und finanziellen Maßnahmen, der Regierung von Schwaben und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus für die Beratung und Hilfe bei der Erstellung des Raumprogrammes und das zügig durchgeführte Genehmigungsverfahren und dem Finanzministerium für die Bereitstellung der Zuschüsse. Gedankt sei auch allen meinen Kolleginnen und Kollegen für ihr Engagement bei der Planung, Einrichtung und Ausstattung. Unser besonderer Dank gilt dem Planungsbüro Dobler für die architektonische Planung und Bauleitung sowie den ausführenden Bau- und Einrichtungsfirmen für ihre Arbeit.
Diese neuen Schulen sollen Lehrende und Lernende gleichermaßen anspornen und verpflichten zu noch größeren Leistungen in der beruflichen Bildung, Und so werden dann die finanziellen Anstrengungen des Landkreises ihren Gewinn bringen, der sich nicht in Zahlen erfassen und darstellen lässt. Wir übernehmen dieses gelungene Werk mit der Bereitschaft und dem Versprechen, der berufstätigen Jugend eine qualifizierte Berufsausbildung zu vermitteln. Möge die Arbeit in diesen neuen Schulen Schülern und Lehrern Freude und Erfolg bringen und unser berufsbildendes Schulwesen in eine gute Zukunft führen zum Nutzen unserer Wirtschaft und zum Segen unserer schönen Ostallgäuer Heimat.
Johannes Christl, Oberstudiendirektor
Leiter der Berufsschule Ostallgäu
Helmut Härtl, Studiendirektor
Leiter der Außenstelle Füssen

OStD Johannes Christl,
Leiter der Berufsschule Ostallgäu
StD Helmut Härtl,
Leiter der Außenstelle Füssen
Bauchronik
Die schulaufsichtliche Genehmigung des Raumprogrammes von Marktoberdorf durch die Regierung von Schwaben liegt vor.
28.01.1980
Das genehmigte Raumprogramm für die Außenstelle in Füssen folgt.
04.02.1980
Dem Kreistag wird der Vorentwurf vorgestellt.
08.08.1980
Kreistagsbeschlüsse zur Plangenehmigung der Berufsschulen in Marktoberdorf und Füssen.
20.02.1981
Schulaufsichtliche Genehmigung für die Schulanlage in Marktoberdorf.
20.02.1981
Schulaufsichtliche Genehmigung für Füssen.
25.02.1981
Ausschreibung des Rohbaupaketes.
13.04.1981
Baugenehmigung für die Berufsschule in Marktoberdorf.
14.04.1981
Ausschreibung des gesamten Ausbaus. Im Laufe der Zeit erhalten nach öffentlicher Ausschreibung im Rahmen der VOB gut 70% des Auftragsvolumens Ostallgäuer Unternehmer und Geschäftsleute.
12.05.1981
Beschluß zum Beginn der Schulbaumaßnahmen in Marktoberdorf und Füssen durch den Kreistag Ostallgäu.
15.05.1981
Baugenehmigung für die Berufsschule in Füssen.
30.06.1981
Das Raumprogramm für den Bauabschnitt 11 wird durch die Regierung genehmigt.
07.11.1981
Richtfest für die Schulanlage in Marktoberdorf.
26.03.1982
Richtfest in Füssen, Beginn der Ausbauarbeiten.
20.04.1982
Genehmigung des 11. Bauabschnittes der Berufsschule Marktoberdorf durch den Kreistag.
28.06.1982
Öffentliche Ausschreibung der Außenanlagen und der Landschaftsbauarbeiten.
08.07.1982
Schulaufsichtliche Genehmigung und Baugenehmigung für Bauabschnitt (BA) 11 in Marktoberdorf.
06.08.1982
Baubeginn für BA 11.
23.08.1982
Ausschreibung des Ausbaupaketes für BA 11.
14.12.1982
Die Einrichtung der Schulen in Marktoberdorf und Füssen beginnt.
10.03.1983
Nach beschränkter Ausschreibung werden die Schulen mit Lehrmitteln und Werkzeugen ausgestattet.
22.06.1983
Bezug der Schulgebäude in Füssen.
19.07.1983
Bezug der Schulgebäude in Marktoberdorf.
21.07.1983
Inbetriebnahme der Schulen in Marktoberdorf und Füssen mit Beginn des neuen Schuljahres.
12.09.1983
Offizielle Übergabe und Segnung der Schulen.
13.01.1984

Baustelle der Berufsschule in Füssen

Baustelle der Berufsschule in Marktoberdorf